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Summer School THINK EARTH!

Nachhaltiges Bauen mit den Naturbaustoffen Holz, Stroh und Lehm

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> Flyer Summer School Think Earth Konstanz

> Detailprogramm Summer-School THINK EARTH! Konstanz

Zweiwöchige Summer School an der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung Konstanz, 10. Sept. – 21. Sept 2018

Anmeldeformular siehe ganz unten!

 

Inhalt

  • Bedeutung von Naturbaustoffen für das nachhaltige Bauen
  • Von der Erde zum Baulehm
  • Herstellung von Stampflehm
  • Herstellung und Wirkungsweise von Lehmputz
  • Holzbauelemente mit Stroh als Dämmstoff


Ateliers

  • Testen und Aufbereiten von Baulehm
  • Herstellen von Stampflehm-Elementen inkl. Schalungsbau
  • Herstellen von eigenen Lehmputzmischungen aus Aushublehm und Anwendung
  • Herstellen von Wandelementen aus Holz, Stroh und Lehm
  • Analyse realisierter Projekte und Bau eines Architekturmodells
  • Entwicklung eines Ausstellungsdesigns für eine Lehmbauausstellung

Der Aufbau, die Betreuung und der Abbau der Ausstellung erfolgen auf freiwilliger Basis durch die TeilnehmerInnen der Summer School.

> Detailprogramm

> Impressionen vom THINK EARTH! Workshop in Seewen / CH

 

Kursleitung

Prof. Dr. Ing. Thomas Stark (stark@htwg-konstanz.de)
Thomas Dimov, Dipl. Arch. ETH SIA (info@zoe-circular.com)
Sandra Czajka, M.A. Architektur (sandra@lehmbau.blog)

 

Termine

Zeitraum: 10. Sept. – 21. Sept., jeweils 9:00-17:00 Uhr
Start: Montag 10.09.: 10:00 Uhr, meet and greet, getting installed
Ende: Freitag, 21.09.; 18:00 Uhr mit der Vernissage der Ausstellung

 

Ort

HTWG Konstanz – Raum wird den Teilnehmern per Email mitgeteilt

 

Credits

Summer School | 6 ECTS | MAR WP

 

Anmeldung

Studierende der Fakultäten Architektur, Gestaltung und Ingenieurwesen sowie weitere Interessierte. Max. 20 Teilnehmer. Die Teilnahme ist für Studierende kostenlos. Für Gäste wird eine Teilnahmegebühr von 450 Euro erhoben.

Studierende melden sich bis zum 30. Juli 2018 per Email an: stark@htwg-konstanz.de

Weitere Interessierte benützen bitte das folgende Webformular und bezahlen die Teilnahmegebühr auf folgendes Konto ein:

 

Ich melde mich verbindlich für die Summer School an und bezahle die Teilnahmegebühr auf folgendes Konto ein:

zoë circular building gmbh
Karl-Stauffer-Strasse 3
CH-8008 Zürich
Konto Postfinance BIC: POFICHBEXXX IBAN: CH89 0900 0000 3157 4683 3

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Von Schabmadonnen und sonstigen Glücksbringern.

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Eine Schabmadonna. Nur ein bisschen von der Figur wurde jeweils geopfert und in den Kaffee oder Tee gestreut. | © Roger Wehrli

Letzten Sonntag musste ich schnell aus der Stadt raus, wo der Adventsverkauf wütet und alles sehr aufgeregt und nervös ist. Die S6 nach Wädenswil und dann mit der Südostbahn hoch über Schindelegi, Biberbruck nach Einsiedeln. Ab in den Schnee.

Der Besuch in der Klosterkirche ist nicht nur seit der Ausstellung im Landesmuseum ein Muss, sondern gehört zu den regelmässigen Stopps, wenn ich in der Region bin.

Dieser sonntägliche Besuch war aber ein besonderes Ereignis. Vor der in Gold und Blau gekleideten Schwarzen Madonna sassen Andächtige und suchten Ruhe, Einkehr oder Trost. Dass es aber früher eine Madonna zum Heimnehmen gab, wussten jedoch nur wenige. Diese Take-Away Madonna war eine kleine Nachbildung des Gnadenbildes aus Ton und nannte sich Schabmadonna. Diese Figuren wurden bis Ende des 18. Jahrhunderts vom Kloster Einsiedeln hergestellt, gesegnet und gratis abgegeben. Die kleinen nicht gebrannten Figürchen wurden nach Hause genommen und mit einem scharfen Messer geschabt. Das abgeschabte Pulver sollte den Menschen wie auch dem Vieh Linderung bringen.

Ist es nicht ein Widerspruch, dass ausgerechnet das Kloster diese Tonfiguren herstellte?

Diese Schabmadonnen seien offiziell vom Kloster gesegnet worden, was durch die Anbringung eines Stempels ersichtlich war. Kopien, die im Dorf verkauft wurden, galten als Aberglauben. Die katholische Kirche habe es ihrer Meinung nach verstanden, ihre Haltung gegenüber dem Aberglauben anzupassen, je nach den Bedürfnissen der Menschen.

Die Neuentdeckung des Lehms als Baumaterial hat hingegen nichts mit Aberglauben zu tun!

Am 16. Januar 2018 eröffnet die „THINK EARTH!“ Ausstellung zum zeitgenössischen Bauen mit Lehm. Ich hätte gerne ein paar gestreute Lehmkrümel für das Neujahrsessen, um der Ausstellung viel Glück zu wünschen. Dann lasst uns darauf gemeinsam an der Vernissage 18:30 Uhr in der Markthalle in Basel anstossen!

Viel Glück allerseits!

Sabine Ziegler

Think Earth! an der ETH Zürich

THINK Earth! Exhibition ETH Zürich 2017_1

THINK Earth! – Ausstellung zum Bauen mit Lehm heute
30. Oktober – 6. November 2017, ETH Zürich, Hauptgebäude

Montag, 30. Oktober 2017 um 17:30 Uhr, Haupthalle:

Vorträge von Prof. Dominique Gauzin-Müller (Kuratorin TERRA Award, Stuttgart) und Prof. Roger Boltshauser (Boltshauser Architekten / TU München, Zürich), mit anschliessendem Apéro.

Mittwoch, 1.November 2017, 17.30 Uhr, HG G 60, Semper Aula:

Podiumsdiskussion „Lehm und Gesundheit“ auf Deutsch
Wir diskutieren wie Lehm und Lehmputz effizient und auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit regulieren und gleichzeitig den Komfort im Innenraum steigern kann.
Jeremy Hoskyn (AHB, Zürich, angefragt), Andrea Klinge (ZRS Architekten, Berlin), Prof. Eike Roswag (TU Berlin / ZRS Architekten, Berlin), Dr. Walter Hugentobler (Hausarzt im Ruhestand, Zürich), Ralph Künzler (Baubiologie und Lehmbau, Winterthur), Thomas Dimov (zoë circular building)?.
Moderation: Prof. Adrian Altenburger (SIA Schweiz / HSLU, Luzern).
Im Anschluss an die Diskussionsrunde findet ein Apero statt.

Freitag, den 3. November 2017, 17.30 Uhr, HG G 60 Semper Aula:

Podiumsdiskussion zu „Lehm und Technologie” auf Englisch
Wir diskutieren wie Lehm kosten- und zeiteffektiv durch Innovation (z.B. Vorfabrikation, Flüssiglehm, Lehmsteine) in unsere gegenwärtige Baupraxis implementiert werden kann.
Dr. Romain Anger (amàco / CRAterre, Grenoble), Dr. Antonin Fabbri (ENTPE / RILEM, Lyon, angefragt), Mark Inderbitzin (Boltshauser Architekten, Zürich), Gnanli Landrou (ETH Zürich), Laurent de Wurstemberger (Terrabloc, Genf).
Moderation: Prof. Dr. Guillaume Habert (ETH Zürich).
Im Anschluss an die Diskussionsrunde findet ein Apero statt.

Elemente der Ausstellung:

Grounded materials
TERRA Award
zoë modules
Videos Bauen mit Lehm
Lehmtafeln Daniel Duchert

Weitere Informationen:

Think Earth! ETH Zürich

Stöggis, Sabine Ziegler

Ich wandere gerne und dies nicht immer auf den markierten Wegen. Umso „abwegiger“ ich bin, desto stärker verändert sich mein Befinden. Im Hochgebirge freue ich mich über den Ausblick von oben. Im Tiefland über den Blick nach unten. Meine Wanderschuhe erhalten immer dickere Sohlen aus Dreck und Schlamm. Ich wachse von meiner Grösse – 1.62m immer höher und fühle mich wie eine echte Beauty Queen auf „Stöggelischuhe“

Am Abend merke ich, dass diese Masse an meinen Wanderschuhen klebrig, ja schmierig ist. Es handelt sich um eine dicke Lehmschicht. Lehm ist ein mineralisches Zerfallsprodukt von Gestein. Es handelt sich um kleine Lehmplättchen, die aneinander haften und zu einem Klumpen zusammenklebt. Je stärker zusammengepresst, desto fester der Klumpen und höher mein Schuh.

Die Lehmkarte Schweiz zeigt an, dass es über das ganze Landesgebiet der Schweiz Lehmvorkommen gibt.

Lehmkarte_Schweiz

Vor allem gibt es Vorkommnisse im Mittelland über den Jura bis hin zur Rheinebene, also praktisch das ganze Gebiet nördlich der Alpen, wo früher das grosse Meer war.

Interessanterweise entsprechen die Lehmvorkommnisse denjenigen Gebieten mit der grössten Bevölkerungsdichte. Dort wo gebaut wird, fahren heute Zugwaggons mit Zement, Kies und Gestein hindurch. Doch eigentlich gäbe es eine unendliche Quelle an Baumaterial gleich unter den Füssen. Die ETH hat berechnet, dass 2017 im Kanton Zürich 1’800’000 m3 verwendbarer Lehm aus Aushubmaterial zu gewinnen wären. Würde man bei einem 4-stöckigen Mehrfamilienhaus den Lehm dort einsetzten, wo er optimal wäre, entspricht dies gegen 3760 Häuser. Also ein gewaltiges Potential, das es zu entdecken gilt.

Ich würde dann gerne mit meinen echten Stöggis durch die Fluren dieser Gebäude laufen und ganz hoch rauskommen!

We Think Earth! Anouchka, Videoproduzentin

Nach meinem Architektur Diplom habe ich mir die Zeit genommen, mich zu fragen, was ich in meinem Leben machen möchte. Gebäude bauen welche die Welt verbessern. Ja, einverstanden, aber wie? Im konventionellen Bauen habe ich keine Antworten auf meine Frage gefunden; abgetrennt vom Ökosystem scheinen selbst die Minergie Standards vor allem für eine Logik des immer Mehr zu stehen anstatt für die Bedürfnisse der Gesellschaft: mehr Isolation, mehr Abdichtung, mehr Technologie…. Ich habe erkannt, dass einfache Lösungen, die in ein globales Verständnis des Lebenszyklus eines Gebäudes eingebettet sind, manchmal viel mehr als konventionelle Lösungen bringen können. Der Lehm ist oft in meiner universitären Laufbahn aufgetaucht, zu Beginn vielleicht per Zufall, danach mehr durch Wahl. Es ist ein Material, das eine neue Art die Architektur zu konzipieren ermöglicht, voller Potenzial, um die Probleme unserer Zeit zu beantworten. Im Think Earth! Team kümmere ich mich um die Realisierung der Videos, in denen die Eigenschaften und Vorteile des Lehms in Bezug zu den folgenden Themen erklärt werden: Ressourcenentwicklung, Gesundheit, Bauphysik und soziale Beiträge.

We Think Earth! Sabine, Kommunikationsexpertin

Sabine, Kommunikationsexpertin – Think Earth ist mehr als eine Ausstellung, ein Kurs oder die Anwendung von Baumaterialien. Think Earth basiert auf ein Denkkonzept und fordert uns heraus Nachhaltigkeit zu (er)leben. Das Konzept verpflichtet uns als Bauherren und Nutzerinnen kurz inne zu halten und zu schauen, welches Material liegt uns zu Füssen. Wie können wir dieses Material anwenden und was sind die Alternativen? Nach dem Studium der Umweltwissenschaften habe ich den Verein ecco terra präsidiert. Der Vereinszweck bestand darin den phänomenologischen Zugang zum Lehm zu ermöglichen. Wir waren damals überzeugt, dass durch direktes Anfassen eine emotionale Verbindung mit Lehm aufgebaut werden kann und somit auch mehr Lehm angewendet werden kann. In der Zwischenzeit hat sich den Lehmbau schnell entwickelt und die Dringlichkeit neue Baumaterialien, die 100% abbaubar sind und gesund sind ins Zentrum des Bewusstseins gerückt. Eine lange Zeit wurde beim Bauen den Fokus auf den CO2-Ausstoss und dem Energieverbrauch gelegt. Nun ist es an der Zeit auch über die Verknappung von Baumaterialien zu sprechen und zu handeln.

Ich freue mich sehr wieder mit dem Thema konfrontiert zu sein und unterstütze in Form der Kommunikation, des Fundraisings und dem Networking Think Earth!

We Think Earth! Giulia, Praktikantin

Nachdem ich sechs Jahre lang Lehmbauprojekte in Argentinien geplant hatte, entschied ich mich, nach Europa zurückzukommen um bei CRAterre zu studieren, dem international anerkannten Zentrum für Lehmarchitektur in Grenoble. Während neun Monaten hatte ich das Privileg professionelle und persönliche Erfahrungen mit grossartigen Experten zu teilen. Während einem der wichtigsten Ereignissen des Jahres, dem Festival Grains d’Isère, traf ich Thomas und entdeckte zoë. Wie könnte ich der Versuchung widerstehen einem solch dynamischen, neuen und interessanten Projekt wie diesem beizutreten? Innovation, Vorfertigung, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind nur einige der Aspekte die zoë anspricht durch die Nutzung von natürlichen Materialien wie Stroh, Holz und natürlich Lehm. Aber zoë ist nicht nur ein Produkt, es ist auch Bildung und Übung. Das ist der Grund weshalb ich zoës Team beigetreten bin für diesen Sommer und weshalb ich bei der Organisation des Workshops Think Earth! im August mitwirke.